Familienglück im smarten Holzhaus

Wohngesund und intelligent gebaut

Im ländlichen Mittelfranken hat eine junge Familie ihren Traum von einem wohngesunden Eigenheim verwirklicht – mit Herzblut und ganz viel Eigenleistung. Das Ergebnis überzeugt in jeder Hinsicht:
Ein Holzhaus mit großen Fensterflächen, offenen und hohen Wohnräumen sowie modernster Gebäudetechnik. Ein KNX System vernetzt die technischen Komponenten im Haus, der Server Gira X1 ist das „Gehirn“ dahinter. Die wichtigsten Basisfunktionen sind programmiert, können aber jederzeit einfach ergänzt oder
geändert werden – ein Smart Home fit für die Zukunft.


Dasjunge Paar stammt aus der Region und wollte auf einem schönen, 3.000 m2 großen Bauplatz in ruhiger Lage am Ortsrand sowie angrenzend an landwirtschaftliche Flächen bauen. Nachdem alle Genehmigungen vorlagen, ging es an die Detailplanung. Wie ihr Haus aussehen sollte, hatten die Bauherren schon weitestgehend im Kopf, die Zimmerei Beck & Sohn setzte dies in ein Baukonzept um, das auch statisch funktioniert – was nicht ganz einfach war mit dem
verwinkelten Grundriss. „Wir wollten gern mit dem Naturwerkstoff bauen, weil die Raumatmosphäre mit Holz so angenehm ist“, berichtet der Bauherr. „Außerdem arbeiten meine Frau und ich einfach gern mit Holz und mögen den charakteristischen Geruch.“

Offenes, lichtdurchflutetes Wohnen schwebte den Bauherren vor, daher entschieden sie sich für Raumhöhen von 2,70 m sowie große
Fensterflächen. Da kein Dachboden eingebaut wurde, erstreckt sich das Obergeschoss sogar bis zu 4,60 m in die Spitze, auf alt gebürstete Eichenbalken verleihen zusätzlichen Charme. Luftig und hell wirkt somit das Innere, insgesamt stehen 310 m2 Wohnfläche zur Verfügung. Das Erdgeschoss verbindet Esszimmer, Wohnzimmer und Küche sowie den Eingangsbereich zu einem großen Raum. Optisch dominiert Weiß in Kombination mit Holz und Anthrazit,
Farbakzente setzen Grünpflanzen, Bilder und Textilien. Großformatiges Eichenparkett liegt in den Räumen – natürlich selbst verlegt. Elegant haben die Hobby-Heimwerker die Fußbodenleiste in die Wand

integriert. Dank eines als Schmied tätigen Schwiegervaters konnten auch die Treppe, Lampen und Geländer individuell gefertigt werden. Esstisch, Ofenbank, TV-Front und sogar die Waschtische haben die Bauherren selbst entworfen und gezimmert.

Außen sind alle Anbauten, die aus dem Baukörper herausragen, mit einer Holz-Rombusschalung verkleidet – wie Würfel sind sie an das weiß verputzte Haus mit Satteldach angedockt und setzen einen raffinierten Akzent. Die Abbinder, der Dachstuhl und die Wände kamen von Beck & Sohn, und dann wurde selbst angefasst:
Mit einer guten Portion handwerklichem Geschick ausgestattet und mit viel Ehrgeiz ging es über anderthalb Jahre jedes Wochenende und fast jeden Abend auf den Bau. Gegen Ende der Bauzeit werkelte die Bauherrin sogar mit Babybauch vor Ort. Das Fundament wurde selbst ausgehoben, gegossen hat eine Firma, dann wurden die Wände gestellt. Das Haus ist eine Balkenlage, die mit Schwalbenschwanzverbindungen zusammengehalten wird. Auf der Innenseite ist eine USB Platte angebracht, die als diffusionsdichte Schicht fungiert. Isoliert wird mit Holzwolle. Die Gipsplatten innen wurden mehrfach gespachtelt und geschliffen. Nach außen hin schließt die Konstruktion mit einer Putzträgerplatte ab.


„Wir haben bewusst in allen Schichten Chemikalien vermieden“, erklärt der Bauherr weiter, „aus Überzeugung, wegen der angenehmen Wohnatmosphäre und weil wir ein wohngesundes Haus wollten.“ Den Innenausbau hat das Paar selbst geleistet, sogar die Dachziegel haben sie verlegt. Auf dem Dach wurde anschließend eine PV-Anlage installiert. Zwei Hallen in direkter Nachbarschaft gehören zum
Grundstück und sind ebenfalls mit PV ausgestattet. Die Leistung der gesamten PV-Anlage beträgt 12 kW. In Kombination mit einem 10 kwh Batteriespeicher laufen im Jahr nur ca. 3-400 Euro Stromkosten für das gesamte Haus auf. Beheizt wird über eine Stiebel Eltron LWZ 504 Luft Wasser Wärmepumpe mit einem 300 Liter Pufferspeicher und eine

integrierte Wohnraumlüftung. Damit erreicht das wohngesunde Holzhaus den KfW Standard 55.


„Fest stand für mich von Anfang an, dass wir die Basis für eine moderne Hausautomatisierung legen, denn das ist die Zukunft. Wenn ich darauf in einem Neubau verzichte, dann baue ich gleich eine Wertminderung ein“, ist sich der Bauherr sicher. Das kabelgebundene, herstelleroffene KNX System vernetzt alle Komponenten und Steckdosen im Haus, parallel zu den Stromleitungen wurden die entsprechendenSteuerleitungen, etwa 3 km Kabel, mit verlegt. „Noch nutzen wir im Grunde nur die wichtigsten Basisfunktionen, aber wir können problemlos neue Automatismen und Funktionen definieren und programmieren lassen. Und dazu müssen keine Wändemehr aufgerissen werden.“ Als Spezialisten für die Gebäudetechnik haben die Bauherren den Systemintegrator Klaus Geyer hinzugezogen. Er hat die Detailplanung in Abstimmung mit dem Bauherrenpaar übernommen sowie die spätere Programmierung.






„Eine kabelgebundene Lösung war uns zudem lieber als Funk“, erklärt die Bauherrin ihre Überlegungen. „Ein Punkt, der auch mich überzeugt hat, ist, dass man das Schlafzimmer nachts komplett stromlos schalten kann.“ Das „Gehirn“ des KNX Systems ist ein Gira X1 Server. Hier laufen alle Informationen zusammen, werden ausgewertet und Befehle an die einzelnen Aktoren weitergegeben. Aktuell sind die Lichtsteuerung, Jalousien, die Wetterstation, Heizung, Kameras und Präsenzmelder eingebunden. Auf einen Tastendruck werden komplette Lichtszenen
wie „Kochen“, „Fernsehen“ oder „Relax“ abgerufen, praktisch ist die Funktion „alles aus“ an der Haustür, mit der im kompletten Gebäude das Licht gelöscht wird. In den Fluren und im Technikraum schaltet das Licht automatisch dank der installierten Gira Präsenzmelder, ein manuelles ein- bzw. ausschalten entfällt.

Die Jalousien sind in Gruppen kombiniert und müssen
so nicht einzeln bewegt werden. Eine Taste auf den Gira Tastsensoren steuert beispielsweise alle Jalousien im Erdgeschoss. Meldet die Gira

Wetterstation auf dem Dach zu viel Wind, fahren die Jalousien automatisch wieder hoch. Zudem ist eine Zeitsteuerung hinterlegt, d.h. abends wird zu einer definierten Uhrzeit verschattet, morgens lassen die Jalousien wieder Sonne ins Haus.

Auch die Fußbodenheizung ist Teil des KNX Systems. So können individuelle Temperaturen für jeden einzelnen Raum definiert werden. Selbstverständlich lässt sich all dies auch aus der Ferne bedienen über die Gira Smart Home App. Ist die Familie im Winterurlaub, fährt sie einfach am Vorabend der Rückkehr die Heizung wieder hoch. Übers Tablet oder Smartphone lassen sich zudem alle Leuchten schalten
bzw. dimmen oder die Jalousien betätigen. Über Kameras kann jederzeit nach dem Rechten gesehen werden. 

„Auch den Druckwächter am Kamin haben wir integriert“, berichtet Systemintegrator Klaus Geyer. „Ist der Ofen in Betrieb, wird automatisch die Lüftung aktiviert.“
Vernetzte Gira Rauchwarnmelder sorgen ebenfalls für Sicherheit, sie alarmieren im Notfall überall im Haus. „Diesen Notruf könnte man später auch noch ans Handy weiterleiten lassen oder unabhängig davon die Gartenbewässerung automatisieren“, freut sich der Bauherr über künftige Erweiterungen.


Das Home-Entertainment besteht aus einer Sonos Multiroom Anlage, deren Lautsprecher im Wohnbereich in die Decke eingelassen sind. Zudem können acht Zonen unabhängig voneinander beschallt werden. Die Technik dafür verschwindet ganz elegant im Technikraum, ebenso wie die TV Komponenten und der Integra Receiver. So kann das junge Paar mit ihrem Baby entspannt in die Zukunft blicken: Ihr Haus ist rundum wohngesund und technisch bestens gerüstet für alles was ein Smart Home später noch leisten sollte.





Bautafel:

Grundstück: 3.000 m2
Wohnfläche: 310 m2

KfW-Standard 55
Bauweise: Holzständerbauweise, Balkenlage mit Schwalbenschwanzverbindungen
Isolation: Holzwolle
Fassade: Holz-Rombusschalung, Putz 
Heizsystem: Stiebel Eltron LWZ 504
Luft Wasser Wärmepumpe mit 300 Liter Pufferspeicher
Leistung PV-Anlage: 12 kW 
Batteriespeicher: 10 kW
Haustechnik: Gira G1 Server, Gira Wetterstation,  Gira Rauchwarnmelder, Gira Präsenzmelder
Mobile Bedienung: Gira Smart Home App
Schalterprogramm: Gira E2 
Multiroom: Sonos 5.1, acht Zonen






Fotos: Ulrich Beuttenmüller für Gira
Text: Seifert PR